Pitying the GUC students

I just found by chance this article on the German “Zeit” which discusses managerial problems at the GUC, my university. It’s title is “I pity the students”!
Unfortunately it is in German and I don’t have time to translate :(.

DIE ZEIT, Ausgabe 43, 2005

Von Frederik Richter | © DIE ZEIT, 43/2005

Die Deutsche Universität in Kairo soll eine Spitzenhochschule werden. Doch Kritiker klagen über Missmanagement und Mauscheleien bei den Prüfungen

What is the capital of Germany? Studenten an einer deutschen Universität sollten die Frage nach der deutschen Hauptstadt eigentlich beantworten können. An der German University in Cairo (GUC) haben das allerdings nicht alle geschafft. Zwei antworteten vorsichtshalber gar mit einer Zahl. Das liegt weniger an Lücken in Geografie als an mangelnden Englisch-Kenntnissen.

So kann sich Klaus-Jürgen Teller, ehemaliger Management-Dozent an der GUC, an viele Sprechstunden erinnern, in denen Studenten einen Kommilitonen als Übersetzer ins Arabische mitbrachten.

Die Deutsche Universität in Kairo wurde 2003 von Kanzler Gerhard Schröder und dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak feierlich eröffnet, sie bekommt akademische Unterstützung der Universitäten Ulm und Stuttgart, Finanzspritzen vom Bundesbildungsministerium. Nach deutschem Modell sollen an der Privatuni Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften auf höchstem internationalen Niveau unterrichtet werden, sagte Gründungsrektor Aschraf Mansour, in Ulm habilitierter Physiker. Aber einige Kritiker unterstellen der Universität für Überflieger Startschwierigkeiten.

Ansprüche und Realität lägen an der GUCnoch weit auseinander. So ist die Unterrichtssprache Englisch, doch im English Department sind heute kaum englische Muttersprachler zu finden. Rob Evans, ehemaliger Leiter der Abteilung, wurde vor einem Jahr entlassen. Er hatte versucht, sich gegenüber der Universitätsleitung durchzusetzen und die Englisch-Standards aufrechtzuerhalten. In der chaotischen Anfangszeit schafften es Studenten an die GUC, die des Englischen kaum mächtig waren, erzählt Evans. Einige wurden so lange geprüft, bis sie drin waren.

Auch die Personalpolitik erinnere an einen ägyptischen Familienbetrieb, sagen Kritiker. Die Administration mit ihren unerfahrenen Angestellten ist mit den etwa 500 Mitarbeitern und über 2000 Studenten der GUC überfordert.

Das Ganze leidet an der Gigantomanie, alles geht viel zu schnell. Die GUC hat nicht das nötige Know-how im Projektmanagement, sagt Klaus-Jürgen Teller. Nachdem das ehemalige Vorstandsmitglied des Quelle-Konzerns wiederholt mit seinen Versuchen gescheitert war, etwas von den eigenen Management-Erfahrungen weiterzugeben, warf er kurz vor Weihnachten verärgert das Handtuch.

Wenn es so weitergeht wie bisher, sieht Teller spätestens dann große Probleme auf die GUC zukommen, wenn sich die ersten Absolventen auf dem ägyptischen Arbeitsmarkt behaupten müssen.

Die deutschen Partnerhochschulen halten sich mit Kritik zurück

Denn die GUC hat Konkurrenz. Die ägyptische Regierung hat endlich auf die Misere an den öffentlichen Hochschulen reagiert und den Sektor in den vergangenen Jahren für private Investoren geöffnet. Neben einigen ägyptischen Privatuniversitäten tummeln sich Anbieter, die auf die Attraktivität ausländischer Bildung setzen. Neben der alteingesessenen amerikanischen und der französischen öffnen im Herbst eine britische und eine kanadische Universität.

Die Studenten tun mir leid, sagt Mary Hatakka, die die GUC vor diesem Semester verlassen hat. Denn die vermeintlichen deutschen akademischen Standards am Nil haben unter den hohen Durchfallquoten bei den Prüfungen gelitten, die Prüfungsstandards wurden von Semester zu Semester gesenkt. Die hohen Durchfallquoten werden grundsätzlich den Dozenten zugeschrieben, sagt Klaus-Jürgen Teller. Der für das Bestehen einer Klausur erforderliche Prozentsatz sei in einigen Fällen deutlich abgesenkt worden, so Teller.

Mangelnde Transparenz bei den Prüfungen ist eine weitere Plage, die viele Dozenten verärgert hat. Zu meiner Zeit war es tatsächlich so, dass der Lehrende die Note der Endklausur nicht erfuhr, sondern lediglich das Gesamtergebnis, sagt Klaus-Jürgen Teller. Die Noten werden von der Verwaltung ausgerechnet, ohne dass die Akademiker Einblick in das Procedere hätten. Es kam zuweilen zu sehr merkwürdigen Ergebnissen, sodass ein sonst sehr schlechter Student wohl nur durch eine unerklärlich gute Klausur bestanden haben konnte. Aber auch Studenten, die Prüfungen nicht bestehen, tauchen im nächsten Semester in den Folgevorlesungen auf. Sie erhielten durch die Universitätsleitung die Genehmigung, die Prüfung zu irgendeinem späteren Zeitpunkt nachzuholen, sagt Teller.

Viele Dozenten fragen sich, warum die Partneruniversitäten nichts unternehmen. Der Bund fördert die GUC mit 600 000 Euro, verteilt über drei Jahre. Der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD finanziert Koordinatorenstellen an den Partneruniversitäten. Die halten sich mit Stellungnahmen zu internen Vorgängen an der GUC zurück, nehmen die Uni am Nil aber in Schutz. Von Unregelmäßigkeiten bei Aufnahmetests sei nichts bekannt, sagt etwa Dorit Zitzelsberger von der Universität Ulm. Und wehrt sich auch gegen die Behauptung, die deutschen Partner hätten an der GUC schon lange nichts mehr zu melden. Der Gründungsrektor Aschraf Mansour war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Befürworter der Universität wie das Bildungsministerium verweisen darauf, was in der Kürze der Zeit bereits erreicht worden ist. Man müsse der GUC noch Zeit geben, sagt auch Alexander Haridi, langjähriger Leiter der Außenstelle des DAAD in Kairo. Das sind typische Anfangsprobleme, aus diesen wird die Universität noch herauswachsen. Eine korrekte Einschätzung der GUC sei erst nach einigen Jahren möglich.

Eine Bewertung der GUC hängt vom Maßstab ab, den man anwendet, sagt Haridi.

So seien die Clanstrukturen an der GUC geringer ausgeprägt als an anderen ägyptischen Universitäten. Auch der Einfluss der Akademiker an der GUC sei größer als der von Investoren, die die Studenten als zahlende Kundschaft betrachten, die gehegt und gepflegt werden muss. Zwischen 2500 und 4350 Euro zahlen die Studenten pro Semester an die German University. Wer genau ihre Investoren sind, ist allerdings schwer zu sagen.




Originally Posted By Laila Hussein to Thoughts & Tips at 6/19/2008 05:04:00 PM

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